Konsortialzentrum familiärer Brust- und Eierstockkrebs

In manchen Familien ziehen sich Krebserkrankungen wie ein roter Faden durch die Generationen. Dies betrifft insbesondere Erkrankungen der Brust, der Eierstöcke, der Gebärmutterschleimhaut und des Darms. Veränderungen (Mutationen) in den Genen, (hier besonders BRCA1/2) können für die Vererbung verantwortlich sein und bereits vor Ausbruch einer Krebserkrankung im Blut der Betroffenen nachgewiesen werden.

Seit 1996 fördert die Deutsche Krebshilfe das „Deutsche Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs bestehend aus bundesweit 17 universitären Zentren. Es organisiert die Betreuung von Rat suchenden Familien und analysiert die Daten zur wissenschaftlichen Erforschung der spezifischen Dispositionen und genetischen Hintergründe für familiäre Krankheitshäufungen.
Aus den Untersuchungsergebnissen von inzwischen über 30.000 Personen sind bereits Leitlinien für intensivierte, individuelle Vor- oder Nachsorgemaßnahmen abgeleitet und als medizinischer Standard übernommen worden.
Aus der seit 2004 bestehenden Tumorrisikosprechstunde im Brustzentrum und Gynäkologischen Krebszentrum der UMG ist 2014 das „Konsortialzentrum familiärer Brust-und Eierstockkrebs der UMG“, gefördert durch die Deutsche Krebshilfe hervorgegangen.

Wir bieten Ratsuchenden die sog. „Integrierte Versorgung“ an. Diese beinhaltet nach Erfassung der Erkrankungen in der Familie (Stammbaumanalyse) die ärztliche Beratung durch eine Fachärztin für Humangenetik, die individuelle Risikoberechnung und gegebenenfalls einen Gentest. Anschließend erfolgt die Aufklärung über die Bedeutung des Testergebnisses und dann eine intensive Beratung durch die Frauenärztin zu Vorbeugemaßnahmen (z.B. über die Vorbeugung durch geänderten „Lifestyle“ oder auch über prophylaktische Operationen) und zu den Möglichkeiten am intensivierten Vor- oder Nachsorgeuntersuchungs- Programm teilzunehmen.

Falls erwünscht kann eine Psychoonkologin die Ratsuchenden unterstützen.

Kontakt :
Konsortialzentrum familiärer Brust-und Eierstockkrebs der UMG: Tel 0551-39- 66077